Frauen und Musik
Welche Rolle haben Frauen in den vergangenen Jahrhunderten in der Musik gespielt? Welche Rolle hat Musik im Leben von Frauen gespielt? Zwei Fragen, die gar nicht so einfach zu beantworten sind.
Komponistinnen oder Sängerinnen sind in der Vergangenheit rar gesät und das nicht ohne Grund. Zwar ist es Ausnahmen, wie beispielsweise der Pianistin Clara Schumann gelungen, bekannt zu werden und es bis heute auch zu bleiben, aber sonst bleibt das musikalische - öffentliche - Feld von Frauen weitestgehend unbeackert. Stattdessen war ihr musikalisches Engagement auf das Häusliche beschränkt. Des Klavierspiels und Gesangs kundig zu sein, war für das gutbürgerliche Fräulein ein objektives Plus auf dem Heiratsmarkt und stand ihr wohl. Der äußerliche Erfolg und oder gar eine Karriere kamen aber für die 'Frauenzimmer' nicht in Betracht. Ihr Refugium waren Heim und Herd, deshalb gab es Schulfächer wie Kindererziehung, Hauswirtschaft, Gesundheits- und Wohlfahrtslehre und für das soziale Engagement der guten Christin auch 'Barmherzigkeit und Nächstenliebe'.
Einzig begabte Solistinnen hatten gute Erfolgsaussichten, weil Opernsängerinnen immer gesucht wurden. Andere öffentliche Auftritte waren aber nicht standesgemäß und wurden nicht selten vom männlichen Haushaltsvorstand, Vater oder Ehemann, untersagt oder verhindert.
Erst seit etwa einhundert Jahren haben Frauen und Mädchen in Deutschland die Möglichkeit eine professionelle Musikausbildung zu durchlaufen. Diese Veränderung ging einher mit der immer stärker werdenden Frauenbewegung, die maßgeblich daran beteiligt war, dass Frauen der Zugang zu den Hochschulen und musikalischen Konservatorien endlich gestattet wurde. Durch diese Öffnung strömten begabte Musikerinnen und Sängerinnen in die verschiedensten Musikrichtungen wie Chanson, Blues, Jazz, Rock und Folk und hinterließen dort prägende Spuren.