Blues Sängerinnen

Der Blues entstand um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert in der afroamerikanischen Gesellschaft und ist sehr stark mit anderen populären Musikrichtungen so wie Jazz, Rock, Soul und sogar HipHop verwandt. Der Begriff Blues leitet sich von dem Ausdruck "I've got the blues" aus, was zu deutsch "Ich bin traurig" bedeutet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Blues vor allem durch Sängerinnen wie Bessie Smith, Ma Rainey oder Alberta Hunter gesellschaftlich verbreitet, später auch durch "the Queen of moaners" (zu Deutsch: die Königin der Klagenden) Clara Smith und Bertha Hill. Die berühmte Bluesrocksängerin Janis Joplin ist eine der wenigen Weißen, der es gelang, im afroamerikanischen Musikgeschäft Fuß zu fassen. Sie gilt heute nicht nur als eine der herausragendsten Sängerinnen aller Zeiten sondern neben Jimi Hendrix und Jim Morrison auch als eine Ikone der Hippiezeit.

Zu einer ähnlichen Generation gehört auch Etta James, deren Leben 2008 mit Beyonce Knowles in der Hauptrolle verfilmt wurde. Sie ist heute vor allem durch ihre Version des Muddy-Klassikers "I just wanna make love to you" bekannt, die für einen Coca-Cola-Werbefilm aufgenommen wurde und Willie Mae "Big Mama" Thornton. Letztere schaffte den Durchbruch mit "Hound Dog", das später von Elvis Presley neu vertont und damit eines der Klassiker des Rock'n Roll wurde. Viele der bereits genannten Sängerinnen sind in der Blues Hall of Fame vertreten, neben ihnen auch Dinah Washington, die vor allem in den 50ern und 60ern musikalisch aktiv war und wie viele ihrer Mitstreiterinnen verfrüht aufgrund Medikamentenmissbrauchs verstarb.

Obwohl die männliche Präsenz in der Blues Hall of Fame doch eindeutig mehr zu spüren ist, wurden doch in den letzten Jahren auch vermehrt Frauen, zumeinst postum, aufgenommen, so zum Beispiel 2007 Sister Rosetta Tharpe, die einen bluesgeprägten Gospelstil verfolgte und 2009 Irma Thomas, die "Soul Queen of New Orleans", die 2007 einen Grammy für das beste zeitgenössische Blues-Album gewann.  Obwohl sich viele zeitgenössische Künstlerinnen, wie Amy Winehouse, vermehrt am Blues- und Soulstil orientieren, ist der Blues heutzutage doch eher von anderen Musikrichtungen wie R'n'B oder HipHop zurückgedrängt worden.