Jazz Sängerinnen
Seit der Jazz um 1900 in der afroamerikanischen Gesellschaft entstand, gab es immer wieder starke Frauen, die seine Geschichte mitbestimmten. Als "Kaiserin des Jazz" gilt die vor in den 1920 aktive Sängerin Bessie Smith. Sie trat unter anderem mit Louis Armstrong auf und sorgte mit für die damalige Zeit "erotischen" Texten für Furore, wie etwamit dem Song "Empty Bed Blues".
Eine der bekanntesten Jazz Sängerinnen aller Zeiten ist Billie Holiday, auch als "Lady Day" bekannt. Sie erblickte 1915 unter dem Namen Elinore Hallis in Philadelphia das Licht der Welt. Sie war eine der ersten schwarzen Jazzmusiker/innen, die auch mit weißen Bandmitgliedern auftrat, und half so erheblich dazu mit, Rassenvorurteile zu beseitigen. 1939 sang sie das erste Mal einen ihrer berühmtesten Titel, der sie unsterblich machen sollte: "Strange Fruit", ein Lied über Lynchjustiz in den Südstaaten der USA. Bis zu ihrem frühen, von Drogen und Krankheit geprägten Lebensende entstanden über 350 Titel.
Billie Holiday und Bessie Smith waren die Vorbilder der 1943 in Texas geborenen Janis Joplin, zu ihrer Zeit als Weiße eher eine Ausnahme im Jazzgeschäft. Auch sie fand wie ihre berühmten Kolleginnen unter anderem aufgrund eines immer ausgeprägteren Drogenkonsums einen frühen Tod, blieb jedoch zum Beispiel aufgrund des Covers von Erma Franklins "Piece of my Heart" im kollektiven Gedächtnis erhalten.
Die 60er Jahre waren die Glanzzeit von Jeanne Lee, die die Jazzmusik mit einer stärkeren Betonung des Gesangs bereichern sollte. Auch heutzutage gibt es viele Sängerinnen, die an die Tradition der Jazzmusik anknüpfen. Sie werden im allgemeinen mit dem Begriff Popjazz oder Smooth Jazz belegt: zu nennen wären Norah Jones oder Katie Melua.